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Vier Wochen Spanien und plötzlich denke ich über die Zeit nach und den Neuanfang mit 50

Vier Wochen Spanien - Vier Wochen mit Sonne, Meer, Familie, Freunden und natürlich trotzdem Arbeit, denn ganz ohne Laptop schaffe ich es dann doch nicht.

Aber hier ist es anders.

Vielleicht liegt es an der Sonne, vielleicht am Meer oder einfach daran, dass der normale Alltag ein Stück weiter weg ist. Ich habe hier mehr Zeit, meinen eigenen Gedanken zuzuhören. Und davon sind gerade erstaunlich viele da.

Das könnte allerdings auch daran liegen, dass ich nächste Woche 50 werde.


Nächste Woche werde ich 50

Allein dieser Satz ist irgendwie komisch.

Bis vor Kurzem hat mir diese Zahl überhaupt nichts ausgemacht. 50. Na und?

Ich fühle mich nicht plötzlich anders als mit 49 und ich gehe auch nicht davon aus, dass ich an meinem Geburtstag morgens aufwache, in den Spiegel schaue und plötzlich eine weise Frau vor mir steht, die das Leben verstanden hat.

Wäre schön. Ich werde berichten.

Stattdessen sitze ich in Spanien, denke über mein Leben nach und stelle fest, dass mein Körper offensichtlich ebenfalls beschlossen hat, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für Veränderungen ist.

Können wir bei Gelegenheit eigentlich mal über die Wechseljahre reden?

Alle reden immer davon, dass man mit 50 endlich weiß, was man will. Dass man gleichzeitig nachts plötzlich die Bettdecke wegwirft, obwohl die Klimaanlage läuft, wird dabei erstaunlich selten erwähnt.

Aber das ist eine andere Geschichte. Und die bekommt definitiv einen eigenen Blogartikel.

Denn eigentlich beschäftigt mich gerade etwas ganz anderes.

Zeit.


Wann sind eigentlich die letzten zehn Jahre passiert?

Das frage ich mich hier tatsächlich immer wieder.

Plötzlich sind die Kinder groß. Dinge, von denen ich überzeugt bin, dass sie höchstens fünf Jahre her sein können, sind zehn oder fünfzehn Jahre her. Und bei manchen Fotos muss ich inzwischen erschreckend lange überlegen, wann und wo das eigentlich war.

Vielleicht gehört genau das zum Leben mit 50 dazu.

Man bekommt ein anderes Gefühl für Zeit.

Nicht traurig und auch nicht ängstlich. Ich sitze schließlich nicht jeden Abend am Meer und rechne meine statistische Restlebenszeit aus. So schlimm ist es noch nicht.

Aber ich frage mich schon: Wie viele Sommer kommen noch?

Wie viele Reisen werde ich noch machen? Wie viele Abende werde ich noch mit meiner Familie und meinen Freunden zusammensitzen? Wie viele verrückte Ideen werde ich noch haben und wie viele davon tatsächlich umsetzen?

Was möchte ich noch sehen?

Was möchte ich noch lernen?

Und worauf habe ich eigentlich überhaupt keine Lust mehr?

Die letzte Frage wird mit zunehmendem Alter übrigens erstaunlich leicht zu beantworten.

Vielleicht ist das einer der Vorteile an der 50. Man weiß zwar immer noch nicht auf alles eine Antwort, aber man weiß wesentlich schneller, worauf man keine Lust mehr hat.


Dieses verdammte „Irgendwann“

Ich glaube, wir verbringen ziemlich viel Zeit mit „irgendwann“.

Irgendwann mache ich das.

Irgendwann fahre ich dahin.

Irgendwann ändere ich etwas.

Irgendwann habe ich mehr Zeit.

Wenn die Kinder größer sind. Wenn im Job weniger los ist. Wenn die Immobilie fertig ist. Wenn mehr Geld auf dem Konto liegt. Wenn fünf Kilo weg sind. Wenn dieses oder jenes endlich erledigt ist.

Das Problem ist nur: Irgendwas ist immer.

Dieses „Irgendwann“ ist außerdem ziemlich geduldig. Das kann jahrelang irgendwo herumliegen und wartet einfach darauf, dass wir endlich anfangen.

Vielleicht bedeutet Leben ändern mit 50 deshalb gar nicht, dass man plötzlich alles hinschmeißen, nach Bali auswandern und morgens Yoga am Strand machen muss.

Vielleicht bedeutet es einfach, genauer hinzuschauen.

Was möchte ich behalten?

Was möchte ich anders machen?

Mit wem möchte ich meine Zeit verbringen?

Und was ist mir mittlerweile einfach nicht mehr wichtig?


Vier Wochen Spanien machen den Kopf frei

Natürlich ist mein Leben hier nicht plötzlich perfekt.

Ich arbeite auch in Spanien. Mein Telefon klingelt, Nachrichten kommen rein, Dinge müssen entschieden werden und nur weil vor meinem Fenster eine Palme steht, lösen sich Probleme leider nicht automatisch in Luft auf.

Schade eigentlich.

Aber der Abstand macht etwas.

Manche Dinge, die zu Hause riesengroß erscheinen, werden plötzlich kleiner. Manche Ideen werden dafür größer. Und bei anderen Ideen merkt man mit etwas Abstand, dass sie vielleicht doch nicht so brillant waren, wie sie sich Dienstagabend um 23 Uhr angehört haben.

Auch das kommt bei mir durchaus vor.

Vor allem merke ich hier aber wieder, wie wichtig mir die Menschen um mich herum sind.

Meine Familie, meine Freunde und Menschen, mit denen ich mich wirklich austauschen kann. Menschen, die neugierig geblieben sind, die Fragen stellen, die gerne über Ideen reden und bei einer neuen Idee nicht als Erstes erklären, warum sie garantiert nicht funktionieren wird.

Ich mag Menschen, die sagen: „Keine Ahnung, ob das klappt. Aber lass uns doch mal darüber nachdenken.“


Und genau daraus ist etwas Neues entstanden

Die Idee schwirrt schon länger in meinem Kopf herum.

Hier in Spanien ist sie konkreter geworden und nächste Woche geht sie tatsächlich an den Start.

Ich starte eine Community.

Für Frauen und Männer. Für Menschen, die Lust auf Austausch, neue Gedanken und andere Blickwinkel haben.

Dabei muss überhaupt nicht jeder an derselben Stelle stehen und schon gar nicht das Gleiche wollen.

Der eine interessiert sich für Immobilien, der nächste für Investments oder finanzielle Freiheit. Jemand anderes überlegt, sich selbstständig zu machen oder ortsunabhängiger zu arbeiten. Vielleicht hast Du eine Idee im Kopf und möchtest einfach mal hören, was andere darüber denken.

Und vielleicht hast Du gerade überhaupt keinen großen Plan.

Auch gut.

Ich möchte keinen Ort schaffen, an dem morgens um fünf schon die ersten Erfolgszitate gepostet werden und wir uns gegenseitig erklären, dass wir nur fest genug an unsere Ziele glauben müssen.

Wer mich kennt, weiß vermutlich, dass ich dafür sowieso nicht geeignet wäre.

Ich wünsche mir etwas viel Normaleres.

Menschen kennenlernen. Fragen stellen. Erfahrungen teilen. Ideen diskutieren. Wissen weitergeben. Auch mal anderer Meinung sein. Zusammen lachen und vielleicht irgendwann feststellen, dass aus irgendeinem Gespräch tatsächlich etwas entstanden ist.

Vielleicht eine neue Idee.

Vielleicht ein Kontakt.

Vielleicht die erste Immobilie.

Vielleicht ein gemeinsames Projekt.

Vielleicht aber auch einfach ein richtig gutes Gespräch.

Das reicht manchmal nämlich schon.


Passenderweise startet das Ganze ausgerechnet zu meinem 50.

Vielleicht ist das Zufall. Vielleicht auch nicht.

Ich möchte die Community gar nicht größer machen, als sie am Anfang ist. Sie darf wachsen und sich entwickeln. Ich habe natürlich ziemlich viele Ideen dafür, aber ich bin genauso gespannt darauf, was die Menschen mitbringen, die dazukommen.

Denn genau das ist eigentlich der Gedanke dahinter.

Nicht einer redet und alle anderen hören zu.

Sondern Menschen kommen zusammen und jeder bringt etwas mit.

Wissen, Erfahrung, Fragen, Kontakte, eine verrückte Idee oder manchmal vielleicht auch einfach einen guten Tipp.

Und wenn daraus irgendwann echte Kontakte entstehen, Menschen zusammen Geschäfte machen, eine Immobilie kaufen, sich gegenseitig weiterhelfen oder gemeinsam bei einem Kaffee sitzen, dann würde ich sagen, hat das ziemlich gut funktioniert.


Vielleicht ist 50 gar kein Neuanfang

Je länger ich darüber nachdenke, desto weniger gefällt mir eigentlich das Wort Neuanfang mit 50.

Denn ich möchte gar nicht wieder von vorne anfangen.

Warum sollte ich?

Alles, was bisher passiert ist, gehört schließlich dazu.

Die guten Entscheidungen genauso wie die ziemlich bescheuerten. Die Menschen, die geblieben sind, und diejenigen, die irgendwann einen anderen Weg gegangen sind. Die Dinge, die funktioniert haben, und die, bei denen ich heute denke: Das hätte man vielleicht auch einfacher haben können.

Vielleicht ist 50 deshalb kein Neuanfang.

Vielleicht ist es eher ein Punkt, an dem man kurz stehen bleibt, zurückschaut und dann entscheidet, in welche Richtung man weitergehen möchte.

Mit 20 dachte ich übrigens, Menschen mit 50 hätten ihr Leben komplett im Griff.

Das war offensichtlich eine Fehleinschätzung.

Ich habe nicht auf alles eine Antwort und ich weiß auch nicht, was die nächsten zehn Jahre bringen werden.

Ehrlich gesagt möchte ich das auch gar nicht wissen.

Aber ich weiß inzwischen ziemlich genau, was mir wichtig ist.

Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Reisen. Freiheit. Lernen. Neugierig bleiben. Menschen kennenlernen. Ideen ausprobieren. Möglichst viel lachen und möglichst wenig Zeit mit Dingen verschwenden, die eigentlich überhaupt nicht wichtig sind.

Und ja, Geld und finanzielle Freiheit gehören für mich ebenfalls dazu. Nicht, weil Geld das Wichtigste im Leben ist, sondern weil es einem etwas gibt, das mit 50 für mich immer wertvoller wird:

Entscheidungsfreiheit.


Was mache ich mit der Zeit, die vor mir liegt?

Vielleicht ist das die eigentliche Frage, die mir diese vier Wochen Spanien mitgegeben haben.

Nicht: Was habe ich bisher alles gemacht?

Nicht: Was hätte ich anders machen sollen?

Sondern:

Was möchte ich mit der Zeit machen, die vor mir liegt?

Meine Antwort darauf kenne ich noch nicht komplett.

Aber ich habe ziemlich viele Ideen.

Eine davon startet nächste Woche.

Meine Community.

Und ich freue mich wahnsinnig darauf, Euch endlich zu zeigen, was ich mir dafür überlegt habe.

Vielleicht sehen wir uns dort.

Und bis dahin interessiert mich tatsächlich:

Hat sich Dein Blick auf Zeit mit 40, 50 oder 60 verändert?

Schreib es mir gerne. Ich glaube, darüber sollten wir viel öfter sprechen.

Und über die Wechseljahre übrigens auch.

Aber die sind beim nächsten Mal dran.


Neuanfang mit 50 Sonnenuntergang

© 2026 Sonja Hils

Bilder/Text teilweise mit KI erstellt – die Idee, Erfahrung & Haltung dahinter sind 100% echt 💫

 
 
 

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