Der Kaffee ist kalt - die Gedanken kreisen über Zweifel und den Luxus, heute ortsunabhängig arbeiten zu können
- Sonja Hils

- 9. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 11 Stunden
ca. 6 Minuten Lesezeit
Ich sitze im Auto, auf dem Weg nach Spanien, in mein zweites Zuhause. Der Kaffee im Becherhalter ist kalt, die Nacht war kurz und die Fahrt ist lang.
Draußen zieht die Landschaft vorbei, drinnen ziehen meine Gedanken vorbei über meine Kinder, über die Jahre hinter mir und über das, was gerade vor mir liegt.
Heute kann ich ortsunabhängig arbeiten. Ich kann mehrere Wochen in Spanien verbringen und weiß trotzdem, dass meine Unternehmen in Deutschland weiterlaufen.
Wenn man nur diesen Teil meiner Geschichte sieht, könnte man denken: Die hat es geschafft. Freiheit, Unternehmen, ein Team und ein zweites Zuhause in Spanien.
Aber was man dabei nicht sieht, sind die vielen Jahre davor.
Es ist mir nichts in den Schoß gefallen
Meine Kindheit war alles andere als optimal.
Wenn Kundinnen mich heute kennenlernen, sehen sie oft die Frau, die es „geschafft“ hat. Eigene Unternehmen, ein eigenes Team, Freiheit und ein zweites Zuhause in Spanien.
Was sie nicht sehen: den Weg dorthin.
Ich habe oft bis spät in die Nacht am Computer gesessen, mit dem Finanzamt gerungen, mit Behörden und mit Formularen, die scheinbar nie enden wollten.
Es hat verdammt viel Geld gekostet, bevor überhaupt welches reinkam.
Und ja – ich habe öfter darüber nachgedacht, einfach alles hinzuschmeißen.
Ich war oft einfach nur müde.
Müde vom Funktionieren. Müde von der Verantwortung. Müde davon, immer wieder eine Lösung finden zu müssen.
Und wer sagt, dass Unternehmertum einfach ist, der erzählt nur die halbe Wahrheit.
Es gibt auch Schattenseiten, die ich nicht verschweigen will
Meine Kinder waren nicht immer glücklich darüber, dass ich so viel gearbeitet habe.
Weil ich oft keine Zeit hatte. Weil Meetings, Baustellen und Kundengespräche manchmal wichtiger waren als ein Nachmittag auf dem Spielplatz.
Das gehört leider auch zu meiner Geschichte.
Und weil ich glaube, dass ehrliche Geschichten mehr wert sind als geschönte, erzähle ich Dir auch diesen Teil.
Was mir aber immer wichtig war und bis heute ist: meinen Kindern Werte mitzugeben auch wenn ich nicht immer physisch da sein konnte.
Ich habe ihnen oft gesagt:
„Sei der Regenbogenfisch. Mach das, was Dir Freude macht. Verstecke nicht, wer Du bist, nur damit Du irgendwo dazugehörst.“
Ob das reicht?
Ich weiß es nicht.
Wahrscheinlich stellt man sich diese Frage als Mutter sowieso immer wieder.
Aber ich hoffe, dass sie eines von mir mitgenommen haben: dass es sich lohnt, für das eigene Leben und die eigenen Träume loszugehen.
Der Weg war nicht einfach und genau deshalb hat er sich gelohnt
Der Weg, den ich für mich eingeschlagen habe, war kein einfacher.
Und er ging nicht schnell.
Schon gar nicht über Nacht.
Aber er hat sich gelohnt.
Das Wichtigste war für mich irgendwann, überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Den ersten Schritt zu machen, schwierige Phasen auszuhalten und weiterzugehen – auch dann, wenn ich noch nicht wusste, ob es am Ende wirklich funktioniert.
Genau das ist der Teil meiner Geschichte, von dem ich mir wünsche, dass er hängen bleibt.
Der ganze Stress, der ganze Aufwand und jede durchgearbeitete Nacht haben sich für mich gelohnt.
Nicht, weil irgendwann plötzlich alles leicht wurde.
Sondern weil ich irgendwann eine Entscheidung für mich getroffen habe.
Und heute, im Rückblick, bin ich froh, dass ich sie getroffen habe.
Wer mich kennt, weiß außerdem: In meinem Kopf sind noch ungefähr tausend Ideen offen, die ich irgendwann umsetzen möchte.
Meine Reise ist noch lange nicht vorbei.
Sie geht weiter.
Und genau das macht sie für mich so spannend.
Der Luxus, heute ortsunabhängig arbeiten zu können
Jetzt sitze ich hier im Auto, auf dem Weg nach Spanien, und merke wieder, was für ein Luxus das eigentlich ist.
Ortsunabhängig arbeiten zu können bedeutet für mich Freiheit.
Aber nicht die Freiheit, mit dem Laptop am Strand zu sitzen und so zu tun, als wäre Unternehmertum immer leicht und entspannt.
Meine Freiheit sieht anders aus.
Ich kann heute von unterschiedlichen Orten aus arbeiten. Ich habe ein Team, dem ich vertraue. Ich kann auch einmal vier Wochen in Spanien sein und weiß, dass zu Hause trotzdem alles weiterläuft.
Das ist für mich echter Luxus.
Und es ist kein Zufall.
Es ist das Ergebnis von über 25 Jahren Arbeit, Zweifeln, Stolpern, Hinfallen, Lernen und Weitermachen.
Denn ortsunabhängig arbeiten funktioniert für mich nur deshalb, weil dahinter Strukturen, Verantwortung und vor allem Menschen stehen, auf die ich mich verlassen kann.
Darauf bin ich unglaublich stolz.
Nicht auf mich allein, sondern auf das, was wir gemeinsam aufgebaut haben.
Auf mein Team.
Auf meine Familie.
Auf all die Menschen, die einen Teil dieses Weges mit mir gegangen sind.
Und ich bin unglaublich gespannt darauf, was wir gemeinsam noch alles aufbauen werden.
Zum Schluss
Der Kaffee ist inzwischen wahrscheinlich noch kälter.
Aber meine Gedanken sind ein bisschen klarer geworden.
Und während draußen die Landschaft weiter an mir vorbeizieht, denke ich darüber nach, wie viele Dinge heute selbstverständlich für mich geworden sind, von denen ich früher nicht einmal wusste, ob ich sie jemals erreichen würde.
Ortsunabhängig arbeiten zu können, ist für mich eines davon.
Wenn Du gerade selbst mittendrin steckst – im Zweifel, in der Erschöpfung oder bei der Frage, ob sich das alles irgendwann lohnt – kann ich Dir keine Garantie geben.
Die konnte mir damals auch niemand geben.
Aber ich kann Dir sagen, was ich heute weiß:
Der Weg muss nicht leicht sein, damit er der richtige ist.
Manchmal muss man eine Entscheidung treffen, obwohl man noch nicht weiß, wohin sie einen führen wird.
Und dann den ersten Schritt machen.
Und danach den nächsten.
Denn Freiheit entsteht nicht über Nacht.
Man baut sie sich Stück für Stück selbst auf.
Deine Sonja
© 2026 Sonja Hils
Bilder/Text teilweise mit KI erstellt – die Idee, Erfahrung & Haltung dahinter sind 100% echt 💫



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